Scoring – Was hat eine Ampel mit Krediten zu tun?
Die Zeiten, in denen erfahrene Kreditsachbearbeiter mit Augenmaß private Konsumentenkredite geprüft und vergeben haben, sind bei den meisten Banken längst Geschichte. Scoring heißt das Zauberwort, mit dem in der heutigen Zeit eine Kreditentscheidung gefällt wird.
Anhand der vom Kunden auszufüllenden Selbstauskunft samt Bonitätsnachweisen sowie der Schufa-Auskunft gibt der Bankmitarbeiter alle relevanten Daten des Kunden in eine entsprechende Software ein. Hierzu gehören Daten wie Alter, Wohnort, Beruf und Einkommen. Hohe Relevanz haben zudem die Daten aus der Schufa-Auskunft, die Aufschluss über das bisherige Kreditverhalten des Kunden geben.
Anhand dieser Daten errechnet die Software eine Punktzahl, den sogenannten Score-Wert. Je nachdem, wie hoch dieser Score-Wert ausfällt, gibt das Programm als Ergebnis eine grüne, gelbe oder rote Ampel aus. Eine grüne Ampel stellt quasi eine sofortige Genehmigung des Kredites dar, eine rote Ampel führt zur direkten Ablehnung. Bei einer gelben Ampel handelt es sich um Grenzfälle. Hier ist letztlich wieder der Kreditsachbearbeiter gefragt, der nach einer Einzelfallprüfung mit seinem Votum über die Vergabe entscheidet.
Auch ist von der Höhe des Score-Wertes abhängig, zu welchen Konditionen der Kunde den Kredit erhalten kann. Einen eher mittelmäßigen Score-Wert und das dadurch verbundene höhere Ausfallrisiko lässt sich die Bank durch einen höheren Darlehenszinssatz bezahlen.
Das Scoring-Verfahren ist nicht unumstritten, gerade von Verbraucherschützern hagelt es massive Kritik. So wird kritisiert, dass nur Kunden mit sehr hohem Einkommen auch die besten Zinskonditionen erhalten und finanziell schlechter stehende Kunden zusätzlich zur Kasse gebeten werden. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass Daten wie zum Beispiel eine sozialschwache Wohngegend den Score-Wert negativ beeinflussen, obwohl der Kunde selbst dafür keine Schuld trägt.
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